Buchgestaltung für Selfpublisher: fünf von mir gestaltete Bücher auf einem Schreibtisch, daneben Bleistift und Rotstift

Buchgestaltung für Selfpublisher:
Fünf Projekte aus meiner Praxis

Wie aus Manuskripten echte Bücher werden, mit Stift, Zoom und Rotstift

Ein Buch entsteht nicht nur am Bildschirm. Es entsteht im Gespräch, am Tisch, am Telefon und manchmal per Zoom zwischen Dortmund und Lissabon. Ich durfte fünf Bücher begleiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: ein Mutmach-Buch über das Auswandern, eine philosophische Abrechnung mit dem Menschsein, einen Dortmunder Krimi, einen Entwicklungsroman und ein kleines Glücksbuch von A bis Z.


Genauso verschieden waren die Wege zum fertigen Buch: Amazon, BoD, Auflagendruck in Polen und tredition. Nach meinem Ärger über den digitalen Büchermüll jetzt das Gegenteil: Bücher, hinter denen echte Menschen mit echten Geschichten stehen. Hier erzähle ich, wie sie entstanden sind und was ich dabei gelernt habe.

Der Sprung in die Freiheit

Ein Portugal-Layout und ein Amazon-Upload per Zoom

„Was wäre, wenn du dir endlich den Traum vom Leben im Ausland erfüllst? […] Folge deinem Herzen und wage den Sprung in die Freiheit, in dein neues Leben.“

Der Sprung in die Freiheit von Friederike Hoenen

Als Friederike Hoenens Manuskript bei mir ankam, war meine Reiseleidenschaft sofort geweckt. Ein portugaltypisches Layout zu entwickeln, hat mir große Freude gemacht. Auch die Gedankenwölkchen, die sich durch das ganze Buch ziehen, wollten grafisch hübsch integriert werden. Nach vielen Korrekturen ist das Buch richtig rund und schön geworden.

Am meisten Herzklopfen hatte ich beim Upload bei Amazon. Friederike hatte größten Respekt davor, denn für sie war das alles Neuland. Also haben wir es zusammen gemacht. Wir treffen uns in Zoom, ich gebe meinen Bildschirm frei und logge mich mit ihrem Account bei Amazon ein. Dann kommt die Zwei-Faktor-Authentifizierung: Der sechsstellige Code geht an ihr Handy nach Lissabon.

Deshalb muss alles in Echtzeit laufen, und genau das macht es so lebendig. Wir arbeiten uns gemeinsam durch die einzelnen Schritte: Titel, Autorin, Buchbeschreibung, Kategorien, Schlüsselwörter, Preis. Den Titel setzen wir aussagekräftig in die Headline.

Ich finde es jedes Mal aufregend, wenn ein Buch kurz vor der Veröffentlichung steht, und noch schöner ist es, diesen Moment gemeinsam mit der Autorin zu erleben – ich in Dortmund, sie in Lissabon, und beide schauen wir auf denselben Bildschirm.

Dann endlich lade ich die Druckdateien hoch. Hier hatte ich letztes Jahr ein Fiasko erlebt: Amazon meldete Fehler, aber was genau falsch war, blieb im Dunkeln. Ein Blindflug, und mit Amazon reden kann man auch nicht. Diesmal lief der Prüfbalken durch, und dann stand da: approved. Dateien fehlerfrei, druckfertig! „Herzlichen Glückwunsch. Sie haben Ihre Druckdaten erfolgreich hochgeladen.“ Freigeben, Buch bestellen, und wir haben uns beide riesig gefreut.

Deshalb möchte ich dir Mut machen: Du musst keine Angst vor der Ungewissheit bei Amazon haben. Ich helfe dir gerne beim Upload. Ein Vollprofi bin ich auch nicht, aber einiges an Erfahrung bringe ich mit.
Einen Wegweiser zum Veröffentlichen findest du auch in diesem Blogartikel: Wie du dein Buch im Self-Publishing veröffentlichst: Der klare 8-Schritte-Fahrplan

Meine Rezension: Das Buch ist mehr Mutmach-Buch als Ratgeber. Friederike nimmt uns sehr persönlich auf ihre Reise mit und packt ihre Ängste beim Schopf. „Der Weg ist das Ziel“: losgehen, anfangen, face your fears. Danke, liebe Friederike, für deine offene und persönliche Geschichte!

Hier kannst du das Buch bei Amazon bestellen.

Vom Unglück Mensch zu sein

Eine Textwüste, die atmen darf

„Lieber von Lügen geküsst als von der Wahrheit geschlagen – wer könnte dem widersprechen? Dieses Buch unternimmt etwas Unzeitgemäßes: Es schaut hin.“

Vom Unglück Mensch zu sein von Wolfgang Schlyter

Dieses Manuskript von Wolfgang Schlyter, promovierter Ästhetiker und Philosophieprofessor an einer privaten amerikanischen Universität, war schon eine Herausforderung. Zuerst dachte ich: Der Text ist fertig, das ist eine kleine Sache, Text einlaufen lassen und Überschriften setzen. So klein blieb die Sache nicht. Für alle, die sonst eher Belletristik lesen, ist das keine leichte Kost, denn die Sätze sind lang und verschachtelt. Dabei ist alles richtig gut geschrieben, mit einer ganz feinen Ironie. Im Kapitel über die Dummheit spielt Trump eine Hauptrolle, herrlich zu lesen!

Mein Anspruch war ein guter, sauberer Buchsatz. Die Textwüste sollte gut lesbar werden, mit genug Weißraum und Luft zum Atmen. Mit zeitgemäßer Typografie wirkt das Ganze weder staubig noch muffig. Ich finde, das ist gelungen. Das Cover mit dem Schrei von Edvard Munch kommt dazu schön provokant rüber.

Herr Schlyter war glücklich, und zwar über die Buchgestaltung ebenso wie über die tatkräftige Hilfe beim Upload bei BoD. Er ist in einem Alter, in dem so ein technischer Schritt im Internet mit allen Fallstricken nicht mal eben nebenbei erledigt ist. Außerdem kam ihm etwas dazwischen, deshalb habe ich die Schritte beim Einrichten seines Buches bei BoD übernommen, mit seinem Account. Wieder diese freudige Spannung, kurz bevor der Veröffentlichen-Button gedrückt wird, und es ist schön, diesen Moment mit dem Autor zu teilen.
Einen Wegweiser zum Veröffentlichen findest du auch in diesem Blogartikel: Wie du dein Buch im Self-Publishing veröffentlichst: Der klare 8-Schritte-Fahrplan

Mein Fazit: Es war richtig schön, ihm bei seinem Buch helfen zu können, mit einem ansprechenden Buchdesign und bei den technischen Problemen, die bei der Veröffentlichung auftauchen. Vielleicht ist das eine neue Zielgruppe: schreibende Rentnerinnen und Rentner, die auf Kriegsfuß mit der neuen Technik stehen? Betreutes Buch-Hochladen, sozusagen! 🤣

Hier kannst du das Buch bei BoD bestellen.

Das Priesteropfer

Ein Mord im Münsterland und die Jagd nach den Hurenkindern

„Roderich Kowelski hatte sich den Urlaub bei Onkel Theodor, einem emeritierten Pastor im idyllisch-verschlafenen Münsterland, gründlich anders vorgestellt. […] Aber er hat nicht mit dem Jagdtrieb von Onkel Theodor gerechnet …“

Das Priesteropfer von Marek Spelldorf

Das ist das dritte Buch in einer Reihe von Dortmund-Krimis von Marek Spelldorf. Lokale Krimis sind ja ziemlich hip derzeit, und die Krimi-Landkarte hatte in Dortmund noch einen weißen Fleck. Den hat Herr Spelldorf mit seinen Krimis im rauen Ruhrpott-Timbre bunt gefärbt.

Das altbewährte Layout blieb, und auch das grungig-düstere Cover behielt seinen Look. Durch Lektorat und Korrektorat vorher gab es im Nachgang nur noch ganz kleine Korrekturen. (Falls du jemanden brauchst für diese wirklich wichtige Arbeit, kann ich Monika Fischer empfehlen. Einige andere Kunden von mir arbeiten schon gerne mit ihr zusammen.)

Ich musste also „nur noch“ darauf achten, dass jede Seite gut aussieht: ohne Löcher, durch die das Wasser fließt, mit guten Trennungen und ohne Hurenkinder (das sind die halben verlorenen Zeilen am Anfang einer Seite). Ich arbeite hier mit dem Phänomen des Grauwerts: Man kneift die Augen leicht zu und schaut die Seite an. Ist der Grauwert einheitlich, passt es. Bei weißen Löchern wird nachgearbeitet. Inzwischen habe ich dafür eine Routine entwickelt, und diese Expertise kann man bei mir buchen. Aber ich möchte nicht zu weit ausholen.

Zurück zum Buch: Marek Spelldorf sagte „Freigabe“, der Auflagendruck in Polen wurde bestellt, und ein paar Tage später habe ich die Druckdaten freigegeben. Das ist eine Alternative zum Upload bei einem Self-Publishing-Dienstleister. Das Druckergebnis ist qualitativ hervorragend und pro Buch wesentlich günstiger. Dafür stehen 200+ Bücher im Lager, die erst einmal verkauft werden wollen, und dazu braucht man ein Händchen. Risikofreier und ohne Vorab-Kosten geht es mit Books on Demand, nur ist der Preis pro Buch ungleich höher.

Mehr dazu steht in meinem Bestseller-Artikel „The Big Five – Self-Publishing-Anbieter im Vergleich“.

Alle drei Bände können (über das VLB) in jeder Buchhandlung in Deutschland bestellt werden.
Außerdem über den Webshop der Buchhandlung
Buchcafé Peter & Paula in 40878 Ratingen
www.buch-cafe.com

Lionel – Grenzgänger zwischen den Welten

Ein Nachmittag am Tisch, mit Stift und Papier

Lionel studiert Philosophie und Soziologie, doch in ihm wächst der Wunsch, eine Frau zu sein. Der Konflikt mit der Partnerin Thea eskaliert in einer Gewalttat, und Li, inzwischen rechtlich als Lilith eingetragen, landet für zweieinhalb Jahre im Frauengefängnis. In Gesprächen mit dem Gefängnisarzt und einer Psychoanalytikerin beginnt Li, die eigene Identitätssuche neu zu lesen, und am Ende führt ein zweiter Weg über die Berge.

Lionel– Grenzgänger zwischen den Welten von Wolf-Peter Riedel

In der Vorarbeit zu diesem Buch haben Peter Riedel und ich zusammen an einem Tisch gesessen: mit ausgedruckten Layouts, schon gedruckten Belegexemplaren und einem Stift in der Hand. Kein Bildschirm-Teilen, kein Kommentarfeld, kein Cursor, der über den Text huscht. Dafür Papier, das man anfassen kann, Zeilen, die man durchstreicht, Notizen, die man an den Rand kritzelt.

Wir haben geredet, Ideen entwickelt, wieder verworfen, neue gefunden, geplant und gleich wieder umgeplant. Es hatte dieses Gefühl von früher, so wie ich vor zehn, fünfzehn Jahren gearbeitet habe, bevor alles digital wurde und jede Korrektur in einer Cloud landete. Ich habe gemerkt, wie sehr ich das vermisse: das Zusammensitzen, das Nachdenken mit den Händen und das Buch, das zum Anfassen auf dem Tisch liegt und nicht nur als Datei im Postfach.

Am Ende des Nachmittags hatten wir keine perfekte Lösung, aber eine viel bessere als am Anfang. Wir hatten eine Schrift gefunden, die viel besser funktioniert, und das gute Gefühl, uns ganz persönlich begegnet zu sein.

Herr Riedel wünschte sich einen sauberen Satz für sein Buch. Und Hilfe bei der Technik, er wollte da nicht selbst dran. Mein Anspruch als Grafikerin war ein gut lesbarer, ästhetischer Buchsatz mit großzügigem Seitenaufbau: viel Luft, ein Satzspiegel mit viel Weißraum. Das Cover haben wir etwas aufgeräumt, denn weniger ist hier mehr.
Jetzt, nach etwa zwei Monaten, ist das Buch bei BoD veröffentlicht.

Auch hier war es wieder eine tolle Zusammenarbeit: Der Kunde scheut die Internettechnik wie der Teufel das Weihwasser, und ich konnte meine (noch frischen) Erfahrungen beim Upload einbringen. Wir haben gemeinsam die Daten eingegeben: Titel, Autor, Buchbeschreibung, Kategorien, Schlagworte, Verkaufshinweise, Preis. Dann kam der Upload der Druckdaten: hochladen, prüfen, freigeben, läuft.

Drumherum entsteht fast schon eine freundschaftliche Kundenbeziehung. In der heißen Phase kurz vor der Veröffentlichung telefoniere ich dreimal täglich mit Peter (inzwischen sind wir per du). Wir besprechen alles rund ums Buch, klären Fragen und haben neue Ideen. Ich freue mich über diesen neuen Kontakt. „Lionel“ ist Teil 2 der Trilogie, Teil 1 heißt „Outer Coast“, und Teil 3 folgt!

Hier kannst du das Buch bei BoD bestellen.

Von A bis Z zum Glück

Als ich von meinem InDesign-Ross stieg

„Glücklich sein wollen wir alle. Doch wie kann das gelingen? […] Dieses kleine Buch will dir mit sechsundzwanzig Bildern, Texten und Zitaten zu jedem Buchstaben des Alphabets Impulse geben, dich aufzumachen auf deine ganz persönliche Reise zu einem gelingenden Leben.“

Von A bis Z zum Glück von Monika Schumann

Monika Schumann war eine der ersten Kundinnen, die über mein Freebie „Die Reise zu deinem Buch“ zu mir gekommen sind. Die Idee zu diesem Glück-Buch hatte sie selbst, und alles stammt aus ihrer Feder. Sketchnotes zeichnen hat sie im Kurs von Simone Abelmann gelernt. Die Texte von A bis Z hat sie selbst geschrieben, Grundlage war ein Glücks-ABC der hessischen MS-Gesellschaft, in der Monika als Betroffene Mitglied ist.

Das gesamte Werk hat sie dann in Canva zusammengebastelt. Wer Canva kennt, weiß: Das ist nicht lustig. Bei 60 Seiten und nicht fortlaufenden Texten ist es noch okay, aber alles Weitere artet in Stress pur aus.

Monika wünschte sich eine professionelle Aufbereitung ihres Werkes. Das hieß: die 60 Canva-Seiten in eine druckfähige Form bringen, die Bilder optimieren, den Text grafisch aufarbeiten, Seitenzahlen einsetzen, die Titelei ergänzen und das Cover freundlich und sichtbar gestalten. Ich, die Canva normalerweise nicht mit der Zange anpackt (Spielerei! dilettantisch!), bin also von meinem InDesign-Ross abgestiegen und habe mich durchgearbeitet. Es war eine gute Erfahrung, und es ist schön zu sehen, dass es funktioniert. Wieder was gelernt!

Das Ergebnis ist ein in jeder Hinsicht gut gelungenes Buch, auf das Monika stolz sein kann. Hochgeladen und bestellt hat sie es selbst bei tredition, wo es jetzt erschienen ist.

„Die Unterstützung durch und Zusammenarbeit mit Beate waren ein echter Gewinn: fachkompetent, zuverlässig und freundlich! […] Ich war so mutig (oder so naiv!), zu glauben, ich könnte meine Ideen für ein schönes Layout selbst gestalten. […] ob es die farblich ansprechende Cover-Gestaltung war, die Anordnung und farbige Gestaltung des Textsatzes oder die millimetergenaue Berechnung von Seiten und Cover: da war die Professionalität von Beate einfach unschlagbar.
Monika Schumann, Google-Bewertung

Hier kannst du das Buch bei tredition bestellen.

Fünf Bücher, fünf Menschen, ein Gedanke

Eine hatte Angst vor Amazon. Einer scheute die Internettechnik wie der Teufel das Weihwasser. Einer ließ eine Auflage in Polen drucken. Einer wollte erst mal mit Stift und Papier am Tisch planen. Und eine hatte sich ihr Buch schon in Canva gebaut. Gemeinsam ist ihnen: Hinter jedem Buch steht ein Mensch, der etwas zu erzählen hat.

Ich finde es jedes Mal aufregend, wenn ein Buch als Druckwerk „in die Welt kommt“, und ich bin froh, dass ich diese Momente immer wieder mit erleben darf.

Hast du ein Manuskript, das ein Buch werden soll, und beim Gedanken an Layout, Druckdaten oder Upload bekommst du leichte Bauchschmerzen? Dann schreib mir. Ich begleite dich von der Datei bis zum fertigen Buch, und wenn du magst, setzen wir uns zum Upload zusammen in Zoom.

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